Mit dem Abgabenänderungsgesetz 2014 (BGBl. I Nr. 13/2014) hat Österreich die Schaumweinsteuer zum 1. März 2014 mit einem Satz von € 1,00 je Liter wieder eingeführt. Für Schaumwein, dessen Steuerschuld nach dem 30. Juni 2020 entsteht, beträgt sie jedoch € 0 je Hektoliter (Schaumweinsteuergesetz 1995 im RIS). Laut Unternehmensserviceportal fallen in Österreich für Wein und Schaumwein derzeit keine Verbrauchsteuern an.
Besonders betroffen von der Phase 2014–2020 war das Burgenland, eine der wichtigsten Sektregionen Österreichs. Wir ordnen ein, was diese Phase finanziell bedeutete und was Sektbetriebe heute noch sauber dokumentieren sollten.
Die Entwicklung im Überblick
Bis 28. Februar 2014
Die Schaumweinsteuer war mit einem Satz von null faktisch ausgesetzt.
1. März 2014 bis 30. Juni 2020
Mit dem Abgabenänderungsgesetz 2014 wurde die Schaumweinsteuer mit einem Satz von € 1,00 je Liter wieder eingeführt.
Seit 1. Juli 2020
Die Schaumweinsteuer beträgt € 0 je Hektoliter. Für Mengen, die vor der Umstellung versteuert und nachweislich in ein Steuerlager aufgenommen wurden, sah § 5 SchwStG eine Vergütung vor.
Was € 1,00/L wirtschaftlich bedeutete
Beim aktuellen Satz von € 0 je Hektoliter fällt auf eine 0,75-L-Flasche Sekt in Österreich keine Schaumweinsteuer an. Zur Einordnung der Phase 2014–2020: Eine 0,75-L-Flasche trug rund € 0,75 Schaumweinsteuer, zuzüglich der darauf entfallenden Umsatzsteuer von 20 %.
Rechenbeispiel für einen Sektbetrieb mit 80.000 Flaschen Jahresproduktion (= 60.000 L), der alles im Inland verkauft:
- Schaumweinsteuer: € 60.000 pro Jahr,
- Durchschnittliche Belastung: € 5.000 pro Monat, die vorzufinanzieren waren, wenn die Kundschaft später zahlte.
Bei unverändertem Verkaufspreis ging dieser Betrag direkt von der Marge ab. Wie stark, hängt vom Preisniveau des Betriebs ab: Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen nach, statt mit Branchendurchschnitten.
Was heute noch zu dokumentieren ist
Auch mit einem Satz von null bleibt die Abgrenzung wichtig:
- Was ist Schaumwein? Maßgeblich ist die Definition im Schaumweinsteuergesetz, unter anderem der Kohlensäureüberdruck. Perlwein und Frizzante werden anders eingeordnet als Sekt.
- Innergemeinschaftliche Lieferungen und Exporte: Schaumwein bleibt ein verbrauchsteuerpflichtiges Erzeugnis im Sinne des EU-Rechts. Für Lieferungen unter Steueraussetzung läuft der Versand über EMCS; der Steuersatz im Bestimmungsland kann ein ganz anderer sein, zum Beispiel in Deutschland.
- Nachvollziehbare Mengen: Abfüllung, Degorgieren, Lager und Verkauf sollten so erfasst sein, dass sich jede Charge rekonstruieren lässt, für die Bestandsmeldung ebenso wie für eine Prüfung.
Die konkreten Pflichten Ihres Betriebs (etwa als Steuerlager) klären Sie mit dem Zollamt Österreich oder Ihrer Steuerberatung.
Wie Cepaos hilft
- Chargengenaue Erfassung jeder Schaumweinabfüllung, mit Menge, Datum und Kategorie (Sekt, Perlwein, Frizzante),
- Steuersatz nach Datum: Cepaos wendet für historische Zeiträume den damaligen Satz von € 1,00/L an und für die Zeit ab 1. Juli 2020 € 0, sodass auch Altjahre nachvollziehbar bleiben,
- Trennung von Inland und Versand in andere EU-Staaten, damit die EMCS-Daten und der Steuersatz des Bestimmungslands zum richtigen Posten passen.
Sektsteuer pro Charge berechnen
Wer in andere Länder liefert oder für den Fall einer künftigen Wiedereinführung vorrechnen will, kann mit dem kostenlosen Sektsteuer-Rechner von Cepaos die Schaumweinsteuer für eine geplante Abfüllcharge bei einem beliebigen Steuersatz berechnen.
Aussicht
Die Schaumweinsteuer beträgt derzeit € 0 je Hektoliter. Ob und wann der Satz künftig wieder angehoben wird, ist Gegenstand der politischen Debatte; konkrete, belastbare Reformpläne sind aktuell nicht bekannt.