Die Schweizer Weinhandelskontrolle (SWK / CSCV) ist die vom Bund mandatierte Stiftung (RS 916.140, Art. 33 ff.), die den Weinhandel im ganzen Land überwacht. Für ein Weingut zeigt sie sich an drei Stellen: bei der Registrierung, jedes Jahr am 31. Januar und bei der periodischen Inspektion. Wer die Anforderungen kennt, erledigt alle drei mit demselben Werkzeug — einem sauber geführten Kellerbuch.
Registrierung: vor der ersten verkauften Flasche
Die Registrierung bei der SWK erfolgt vor Aufnahme der Handelstätigkeit — es gibt keine Frist „nach dem ersten Verkauf". Und ein verbreitetes Missverständnis vorweg: Die 400-m²-Ausnahme betrifft die Weinlesekontrolle für den privaten Eigengebrauch (Art. 29a), nicht den Handel. Sobald kommerziell abgegeben wird, gilt die Registrierungspflicht ohne Flächenschwelle.
Das Kellerbuch nach SWK-Leitfaden
Der offizielle Leitfaden „Kellerbuchhaltung" (cscv-swk.ch) definiert, was jedes Register — Papier oder Software — enthalten muss:
- Eine Buchungskarte je Bezeichnung × Jahrgang × Sorte × Eigentümer.
- Pro Buchung: Datum, Gegenpartei, Mengen, Terroir/Lage falls zutreffend.
- Jede Volumenänderung: Anreicherung, Trub, Filtration, Verschnitt, Verluste (Schwund, Bruch, Degustation, Eigenkonsum — die offiziellen Gründe).
- Abfüllung: Ausgang des Fassweins in Litern + Eingang in Einheiten je Nennvolumen; Verluste separat.
- Fortlaufende Belegnummerierung und aktuelle Tankliste (Nummer, Kapazität).
- Sammelbuchungen (z. B. Monatsverkäufe) nur mit detaillierter Hilfskontrolle.
Der Klassiker der Beanstandungen: das Coupage-Recht
Jeder Verschnitt verlangt eine Doppelbuchung. Und: Das Coupage-Recht gehört dem ersten Einkellerer und kann nur durch Ausweis auf der Rechnung übertragen werden. Ohne Übertragung ist der Verschnitt nur zwischen Weinen gleichen Typs und gleicher Herkunft zulässig. Dazu kommen die Bundesplafonds — 10 % bei AOC, 15 % bei Landwein, ausländischer Wein verboten (Art. 27d). Details in unserem Kategorien-Überblick.
Die zwei Deklarationen vom 31. Januar
| Deklaration | Inhalt | Kanal |
|---|---|---|
| Lagerinventar | Bestand per 31.12. nach Kategorien | SWK-Kundenportal, 31. Januar |
| Jahresumsatz | Verkaufte Liter des Kalenderjahres nach Kategorien | SWK-Kundenportal, 31. Januar |
Das Portal hat keine öffentliche API — die Übermittlung ist manuell. Automatisierbar ist alles davor: die Aggregation nach den offiziellen Kategorien aus dem laufenden Kellerbuch.
Die Inspektion: mindestens alle 6 Jahre, 10 Jahre zurück
Die SWK inspiziert mindestens alle 6 Jahre, risikobasiert priorisiert. Geprüft werden Kellerbuch, Jahresdeklarationen, die Echtheit von Herkunfts- und Jahrgangsangaben, Volumenbewegungen und das Coupage-Recht. Die Aufbewahrungspflicht beträgt 10 Jahre — der Inspektor darf weit zurückblättern. Ein Kellerbuch, das laufend geführt wird, macht diese Prüfung zu einem Durchblättern; eines, das jährlich rekonstruiert wird, macht sie zu einer Untersuchung.
Der 31. Januar als Export statt als Projekt
Cepaos führt die Kellerbuchhaltung für Schweizer Betriebe nach dem Schema des SWK-Leitfadens: Buchungskarten je Bezeichnung/Jahrgang/Sorte, offizielle Verlustgründe, Verschnitt-Doppelbuchungen — und aggregiert daraus die beiden Jahresdeklarationen als CSV/PDF, bereit zur Übertragung ins Portal, mit Fristerinnerung vor dem 31. Januar. Die Übermittlung bleibt bei Ihnen; die Abstimmungsarbeit entfällt.
Die komplette Schweizer Compliance ansehen — oder geführte Demo vereinbaren.
Quellen
- Weinverordnung (RS 916.140), Art. 27d, 29a, 33 ff. — Stand 01.01.2026 (verifiziert 2026-09-09).
- SWK/CSCV — Leitfaden „Kellerbuchhaltung für Produktion und Handel", cscv-swk.ch/docs (verifiziert 2026-09-09).
- BLW — Bericht zum Kontrollsystem (Inspektionen mindestens alle 6 Jahre); Agrarbericht 2025 (1'524 registrierte Einkellerer 2024).