Wenn Ihr Weingut ein AOP/IGP oder ein regionales Label trägt — von der Marque Valais bis zu regio.garantie-Siegeln — ist die OIC (Organisme intercantonal de certification, ISO-17065-akkreditiert) keine Hypothese, sondern ein periodischer Termin. Und ein Termin, der nach Stunden verrechnet wird. Hier ist der Ablauf, wie er publiziert ist, und die Vorbereitung, die diese Stunden kurz hält.
Die Tarife, schwarz auf weiss
| Position | Tarif |
|---|---|
| Zertifizierung | CHF 280 |
| Inspektionsstunde | CHF 160 |
| Wegpauschale | CHF 150 |
Quelle: publizierte Tarife auf oic-izs.ch (verifiziert 2026-09-08). Die praktische Konsequenz: Jede Stunde, die der Inspektor mit dem Suchen eines Ordners oder dem Abgleich zweier Tabellen verbringt, kostet CHF 160 extra. Vorbereitung ist hier keine Tugend — sie ist ein Rabatt.
Der Rhythmus: alle 2 bis 4 Jahre
Die Frequenz bestimmt das jeweilige Label. Zwei dokumentierte Beispiele: Neuchâtel Vins et Terroir kontrolliert alle 2 oder 4 Jahre gemäss regio.garantie-Richtlinien (und übernimmt die Zertifizierungskosten je nach Rhythmus ganz oder hälftig); die Marque Valais alle 3 Jahre. Wichtig: Das Audit betrachtet die gesamte verstrichene Periode, nicht die Woche des Besuchs. Die Dokumentationspflicht läuft durch.
Die drei Prüffelder
1. Die Massenbilanz. Kilos → Liter → Flaschen, abgeglichen mit dem eidgenössischen Kelterungsplafond von 80 L Wein je 100 kg Trauben (RS 916.140, Art. 27a bis) und Ihren Einkaufsbelegen. Ein unplausibler Kelterungsertrag ist das erste Alarmsignal jedes Inspektors — unser Leitfaden zur Massenbilanz vertieft das Thema.
2. Die geografische Herkunft. Der Anteil Trauben aus der Label-Region pro Posten, geprüft gegen Pflichtenheft, Rebbaukataster und kantonale Deklarationen. Der Grundsatz ist hart: Was nicht rückverfolgbar ist, wird deklassiert. Eine nicht dokumentierte Herkunft zählt nicht.
3. Die Register. Kellerbuch, Pflanzenschutzregister der Periode, Einkellerungs- und SWK-Deklarationen, ÖLN-Bescheinigung oder Bio-Zertifikat je nach Label.
Die vier Sanktionsstufen
| Stufe | Bedeutung |
|---|---|
| m | geringfügige Abweichung |
| M | schwerwiegende Abweichung |
| M-D | Deklassierung des Postens |
| M-R | Verweigerung / Entzug des Zertifikats |
Die Deklassierung eines Postens ist keine Theorie: Es ist ein Wein, der sein Label verliert — und seinen Preis.
Die Checkliste: 30 Tage vor dem Besuch
- Massenbilanz der Periode abschliessen: jede Differenz kg → Liter begründet (Schwund, Bruch, Degustation, Eigenkonsum — die offiziellen SWK-Verlustgründe).
- Herkunft jedes Label-Postens verifizieren: Parzelle, Gemeinde, Anteil der Label-Region.
- Pflanzenschutzregister der Periode exportieren, Wartefristen prüfen.
- Externe Belege sammeln: ÖLN-/Bio-Bescheinigung, kantonale Deklarationen, Lieferantenrechnungen.
- Das Pflichtenheft Ihres Labels erneut lesen — für Bio Suisse siehe unsere Seite Bio-Suisse-Zertifizierung, für Vitiswiss VINATURA.
Was Cepaos beisteuert — und was nicht
Cepaos stellt aus Ihren laufenden Registern ein OIC-Audit-Dossier zusammen: Massenbilanz der Kampagne (gegen 80 L/100 kg, mit Quellenangabe je Warnung), Herkunftsanteil je Posten gegen die Label-Schwelle, Pflanzenschutzregister der Periode und eine Checkliste der Dokumente, die Cepaos nicht erzeugt (ÖLN-/Bio-Bescheinigung, Verträge, Lieferantenrechnungen) — damit nichts vergessen geht.
Die ehrliche Rollenteilung: Cepaos bereitet das Dossier vor — die Kontrolle und die Zertifizierung sind Sache der OIC. Keine Software „besteht" ein Audit; gute Software sorgt dafür, dass das Audit nichts suchen muss.
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Quellen
- OIC — Organisme intercantonal de certification: publizierte Tarife und Kontrollmethode, oic-izs.ch (verifiziert 2026-09-08).
- Weinverordnung (RS 916.140), Art. 27a bis (80 L/100 kg).
- regio.garantie / Neuchâtel Vins et Terroir — Kontrollrhythmus 2 oder 4 Jahre, Kostenübernahme (verifiziert 2026-09-08).
- Pflichtenheft Marque Valais, Stand 15. Dezember 2023 (Kontrollen alle 3 Jahre).